Presseartikel in der MAZ am 03.07.2010

UMWELT: Caputher See in Not
Abwässer belasten Kleinod / Neuer Verein macht sich für Sanierung stark

Bei 27 Grad Wassertemperatur ist der Caputher See gegenwärtig für geduldete Badegäste fast keine Erfrischung mehr. Auch die Sichttiefe mit teils nur 50 Zentimeter und illegale Einleitungen von Abwässern machen den Mitgliedern des Vereins Caputher See große Sorgen. „Wir müssen unbedingt etwas tun, damit sich der See wieder erholt“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Plücken.

WERDER – Bei 27 Grad Wassertemperatur ist der Caputher See gegenwärtig für geduldete Badegäste fast keine Erfrischung mehr. Auch die Sichttiefe mit teils nur 50 Zentimeter und illegale Einleitungen von Abwässern machen den Mitgliedern des Vereins Caputher See große Sorgen. „Wir müssen unbedingt etwas tun, damit sich der See wieder erholt“, sagt der Vereinsvorsitzende Frank Plücken. „Und wir wollen unbedingt erreichen, dass der See, gegenwärtig im Besitz der Bodenverwertungsgesellschaft (BVVG), in öffentlicher Hand bleibt“, sagt Stellvertreter Jürgen Scheidereiter. Beide sind Experten im Gewässerschutz und wollen mit den anderen Mitgliedern des jetzt gegründeten Vereins die Gesundung des Sees vorantreiben. Sie hoffen, dass es der Gemeinde gelingt, sich in zwei Wochen bei der BVVG das Vorkaufsrecht für den See zu sichern, so wie es seit Monaten angestrebt wird. „Wir wollen mit der Gemeinde und dem Fischer zusammenarbeiten, um die Sanierung und den öffentlichen Besitz zu erreichen. Wir selbst können aber den See nicht kaufen“, stellt Scheidereiter klar.

Die Gesellschaft des Bundes als Eigentümerin hatte der Gemeinde ein Kaufangebot unterbreitet. Danach müsste die Gemeinde annähernd 100 000 Euro für das Gewässer und 40 000 Euro für Uferwege und Wald bezahlen. Die Folgekosten für die erforderliche Sanierung wären noch höher. „Es muss ein aktuelles Gutachten in Auftrag gegeben werden, um den gegenwärtigen Zustand genau zu kennen und um notwendige Maßnahmen festzulegen“, sagt Plücken. Als erste Entlastung für den See hält es der Verein für erforderlich, dass in Abstimmung mit dem Fischer mehr Marmor- und Spiegelkarpfen gefischt werden. „Sie verstärken den schädlichen Nährstoffeintrag und verzehren das für den See wichtige Zooplankton“, sagt Scheidereiter.

Raubfische wie Zander und Hecht müssten dafür eingesetzt werden. Der Verein will auch den Ursachen der Verunreinigungen durch Abwässer auf den Grund gehen. „Wir wissen natürlich, dass die intensive Fischereibewirtschaftung zu DDR-Zeiten bis heute negativ nachwirkt“, sagt Scheidereiter.

Der Verein hofft, dass viele Bürger sein Anliegen unterstützen und sich für die ökologische Gesundheit des Sees und seines Umfeldes einbringen.

Von Regine Greiner