Presseartikel in der MAZ am 09.03.2013

Caputh soll kein Griebnitzsee werden
Gemeinde will sich dafür einsetzen, dass der Caputher See und seine Uferwege auch in Zukunft öffentlich zugänglich bleiben

POTSDAM / SCHWIELOWSEE – Der Caputher See und seine Uferwege müssen öffentlich zugänglich bleiben und dürfen nicht in Privathand gegeben werden. In dieser Forderung sind sich die Gemeindeverwaltung Schwielowsee, der Ortsbeirat Caputh sowie der Verein Caputher See einig. Doch wer das etwa 50 Hektar große Gewässer übernehmen wird, ist derzeit noch völlig offen. Das Land Brandenburg hat bekanntlich 65 Seen von der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) gekauft. Derzeit wird geprüft, welche Seen in Landeshand bleiben und welche an Kommunen oder Institutionen übergeben werden sollten. Der Städte- und Gemeindebund hat vorgeschlagen, die Gewässer einer noch zu gründenden Stiftung des Landesangler- und des Fischereiverbandes zu übertragen und die Kommunen um eine Stellungnahme dazu gebeten.

Während sich die Gemeindeverwaltung dieses Modell durchaus vorstellen kann, sind der Caputher Ortsvorsteher Jürgen Scheidereiter (Unabhängige Bürger) und der Verein Caputher See davon nicht begeistert. Scheidereiter bezweifelt, dass die Stiftung die Entwicklung des Sees positiv voranbringen kann und bangt um dessen Qualität, wenn die Angler ihn nutzen. „Wir kommen in eine schwierige Situation, wenn wir die Entwicklung nicht selbst steuern können“, warb er indirekt für einen Kauf des Sees durch die Gemeinde. Den hatten Schwielowsees Gemeindevertreter schon einmal beschlossen. Der Kauf kam allerdings nie zustande.

Auch Bernd Lietz, Vorsitzender des Caputher Anglervereins, glaubt nicht, dass sein Landesverband aufgrund der Vielzahl der Seen sich intensiv um die individuellen Bedürfnisse in Caputh kümmern kann. Die 130 Angler in Caputh würden sich aber an einer Hege des Gewässers beteiligen, so wie es 30 aktive Petrijünger schon jetzt an der Havel machen.

Viel wichtiger als der See seien seine Uferwege, die frei zugänglich bleiben müssen, bekräftigte Lietz. Die BVVG hatte der Gemeindeverwaltung auf Anfrage bestätigt, dass sie dem Land nur die Gewässer verkauft hat. Die Wege und angrenzende Waldflächen sollen in einer gesonderten Ausschreibung veräußert werden. Die Gemeinde erwägt, sich vielleicht daran zu beteiligen, um keine Griebnitzseer Verhältnisse zu bekommen.

Bernd Lietz befürchtet allerdings auch strenge Auflagen, wenn die Gemeinde den See übernimmt. Er muss dringend renaturiert werden. Seevereinschef Frank Plücken, der im Landesumweltamt arbeitet, hält dagegen eine Hilfe zur Selbsthilfe in kleinen Schritten für möglich, bis sich das Gewässer wieder von allein erholt.

Erst wenn die Eigentumsfrage geklärt ist, sollen weitere Überlegungen angestellt werden. „Wenn uns der See angeboten wird, kommen wir wieder auf Sie zu“, versprach Ute Lietz den Mitgliedern des Ortsbeirates in der jüngsten Sitzung.

Von Heinz Helwig