Presseartikel in der MAZ am 22.06.2012

Perfekt: Brandenburg kauft 80 Seen
Das Land zahlt knapp vier Millionen Euro an den Bund

Das Land zahlt knapp vier Millionen Euro an den Bund POTSDAM – Das jahrelange Tauziehen um eine Privatisierung von Seen und Gewässern in Brandenburg ist zu Ende. Das Land Brandenburg wird nach MAZ-Informationen 80 der 128 zum Kauf angebotenen Seen und Teilgewässer in Landeseigentum übernehmen. Der mit dem Bund ausgehandelte Kaufpreis beträgt knapp vier Millionen Euro. Er liegt damit deutlich unter den Summen, die im Vorfeld gehandelt wurden.

Der „Seen-Deal“ muss allerdings von der Landesregierung noch offiziell abgesegnet werden. Das soll Anfang der kommenden Woche passieren, wie die MAZ erfuhr. Es wird davon ausgegangen, dass die rot-rote Koalition dem Verhandlungsergebnis mit dem Bund – in Gestalt der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) – zustimmt. Ursprünglich wollte die Koalition die kostenfreie Übernahme der Gewässer. Begründung: Der Bund hatte die Seen schließlich auch kostenlos aus dem Nachlass der DDR geerbt. Das kam für das Bundesfinanzministerium nicht in Frage. Das Land rückte von der Forderung ab und trat in Kaufverhandlungen ein. Auch andere ostdeutsche Ländern hatten für Seen Geld an den Bund gezahlt.

Von den 80 Seen, die das Land übernimmt, stammen 67 von der BVVG und 13 aus dem sogenannten Preußen-Vermögen. Die restlichen Seen und Gewässer gehen in Mischnutzung über – beteiligt sind Kommunen, Fischereibetriebe und Private.

Für Erholungssuchende, Badefans und Angler dürfte die Einigung eine gute Nachricht sein. Die meisten Gewässer bleiben in Landeshand und damit öffentlich zugänglich. Befürchtet wurde, dass die Seen in private Hände gelangen und der Zugang erschwert werden könnte. (Von Igor Göldner)

Von Igor Göldner