Presseartikel in der MAZ am 28.02.2012

Caputher See bleibt öffentlich
Gemeinde und Förderverein erleichtert / Land will das Gewässer kaufen

Caputher See bleibt öffentlich CAPUTH – Für Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) fällt mit der geplanten Übergabe des Caputher Sees an das Land Brandenburg „eine Riesenhürde“. Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs-Gesellschaft (BVVG) will 120 Gewässer – darunter den Caputher See – an Brandenburg verkaufen (MAZ berichtete). „Wir kämpfen seit Jahren um eine endgültige Lösung für den See und wollen, dass alle an seinem Ufer spazieren gehen können. Jetzt hoffen wir, dass das Land später auch Eigentümer bleibt“, sagt Hoppe. Die BVVG hatte den See schon ausgeschrieben und wollte 140 000 Euro dafür haben. Dass Schwielowsee den See nicht kaufte, sei weniger eine Frage des Preises als vielmehr das Problem der Folgekosten für die Renaturierung und anschließende Unterhaltung gewesen, so Hoppe.

Die Rettung des Caputher Sees hat sich der vor gut zwei Jahren gegründete gleichnamige Förderverein auf die Fahne geschrieben. „Wegen der offenen Eigentumsfrage konnten wir bislang nur wenig tun. Mit dem Land als Verwalter könnten wir als Berater und Förderer ein Renaturierungsprojekt unterstützen“, meint der 1. Vereinsvorsitzende Frank Plücken. An Fachleuten mangelt es im Verein nicht. Dem Caputher See e. V. gehören Hydrologen und Biologen an. Plücken selbst ist Geograph. Der Verein arbeitet eng mit der Forschungsstelle für Gewässerökologie der Technischen Universität Cottbus in Bad Saarow zusammen, die bis jetzt kostenlos den See untersucht. Auch zum Institut für Binnenfischerei in Potsdam besteht eine enge Kooperation. „Wir können den See jetzt noch einmal genau untersuchen lassen und ein Maßnahmenpaket schnüren, um die Wasseruqailität zu verbessern“, schlägt Plücken vor. Dafür lassen sich verschiedene Fördermittel beantragen. Geklärt werden müsste außerdem auch, ob und welche Auswirkungen noch die früheren Abwässer aus Caputher Haushalten haben, die bis zur Wende an der Ostseite des Caputher Sees ins Wasser eingeleitet wurden. Letztendlich soll ein Nutzungskonzept für den See erarbeitet werden. „Der See ist für die Caputher als Erholungsgebiet sehr wichtig. Darum sind wir auch eng mit ihnen im Gespräch“, sagt Plücken. In der Infoveranstaltung im vorigen September, in der der Verein die aktuelle Situation des Sees erläuterte, sei er auf eine positive Resonanz gestoßen. Ältere Leute hätten beschrieben, wie es früher einmal rund um den See aussah.

Auch der Seddiner Fischer Manfred Mannheim will sich an der Verbesserung der Qualität des Gewässers beteiligen. Mannheim bewirtschaftet den Caputher See, holt die Marmor- und Silberkarpfen aus dem Wasser, die dem See schaden, und setzt dafür Aale, Zander und Hechte ein. Bislang konnte er mit der BVVG nur jährliche Pachtverträge abschließen, obwohl das Gesetz eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren vorschreibt. Mit der Übernahme durch das Land hofft auch er, endlich mal etwas langfristiger planen zu können. (Von Heinz Helwig)

Von Heinz Helwig