Presseartikel in der PNN am 08.03.2013

Caputher See ist sauberer geworden
Ortsbeirat steht Übertragung des Waldsees an eine Stiftung skeptisch gegenüber

Schwielowsee – Der Zustand des Caputher Sees hat sich seit den 90er Jahren verbessert. Die Gefahr, dass der Waldsee kippt, scheint vorerst gebannt, dennoch ist er weiter stark mit Phospat- und Stickstoffverbindungen belastet. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des brandenburgischen Landesumweltamtes. Die Behörde hat in den vergangenen zwei Jahren beispielhaft vier unterschiedlich belastete Brandenburger Seen beprobt, der Caputher See sollte als schlechtes Beispiel herhalten. Das ist er auch noch.

Denn auch wenn er von der Schadensklasse „polytroph“ in „eutroph“ aufgestiegen ist, so ist es bis zu einem sauberen Gewässer noch ein sehr weiter Weg, sagt Seit der letzten Beprobung im Jahr 2009 gab es keine Verbesserungen mehr. Ziel des Vereins: Die Sichttiefe auf 1,50 Meter zu verdreifachen und die Zugänglichkeit des Sees zu sichern.

Laut der Studie des Landesumweltamtes ist der See zwar mit deutlich weniger Nährstoffen belastet als unmittelbar nach der Wende. Das hat aber kaum dazu geführt, dass weniger Plankton wächst, in diesem Fall „fädige Blaualgen“. Die Ursache besteht laut Plücken schon seit Ende der 80er Jahre: Seinerzeit wurden Silberkarpfen eingesetzt, wahrscheinlich Tausende. Sie düngen die Algen mit ihrem Kot, müssten mit Stell- und Zugnetzen aus dem See geholt werden.

Zwar pflanzen sie sich nicht fort – dazu ist ihnen das Wasser zu kalt. Sie können laut Plücken aber über 50 Jahre alt werden. „Manchmal holen Angler Exemplare raus, die 80 Zentimeter groß sind.“

Bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung hat sich Plücken dafür ausgesprochen, dass die Kommune den See übernimmt. Er gehört zum Paket von 65 Gewässern, die das Land im vorigen Jahr vom Bund erworben hat, um sie vor dem privaten Zugriff zu sichern. Einem Modell, nach dem eine Stiftung des Landesanglerverbandes und Landesfischereiverbandes den See übernimmt (PNN berichteten), steht man auch im Ortsbeirat skeptisch gegenüber. „Ich habe meine Zweifel, dass das positiv für die Gewässerqualität wäre“, so Ortsvorsteher Jürgen Scheidereiter. Es sei auch „eine schwierige Situation“, wenn die Gemeinde zum See immer einen Dritten fragen müsse. Im Rathaus ist man gespannt, welchen Preis das Land aufrufen wird.

Laut Kämmerin Ute Lietz gibt es noch ein anderes Problem: Die Wege um den Caputher See wurden mit dem Seenpaket nicht mitverkauft, sie gehören immer noch der bundeseigenen BVVG, die sie mit angrenzenden Waldflächen verkaufen will. Auch hier ist das Rathaus gespannt, was dafür verlangt wird. Doch selbst wenn die Wege privat verkauft werden, könnten sie laut Lietz nicht ohne Weiteres gesperrt werden: Das Ufer liegt im Bereich von Natur- und Landschaftsschutzgebieten, die öffentlich zugänglich bleiben müssen.

Henry Klix