Kiefernpollen im Caputher imSee

Alles im grünen Bereich – die Sache mit den Kiefernpollen

Kiefernpollen Südostufer Kiefernpollen Badestelle Wilhelmshöhe

Im Mai 2026 schneiten sie offensichtlich besonders reichlich auf den Caputher See herab: Kiefernpollen. Da die Evolution jeden Pollen zum Zwecke der optimalen Verbreitung mit zwei Luftsäcken ausgestattet hat, hielten und halten diese „Schwimmflügel“ sie verlässlich auf der Wasseroberfläche. Der Wind sammelte sie in einigen Buchten und Bereichen am Ufer, wo sich allmählich dicke Matten bildeten – und ein für unsere Menschennasen recht unerfreulicher Geruch. Fängt man etwas von der Masse in einem Glas und schnüffelt (bedachtsam!), so erinnert es an einen Ostseestrand, wo sich frische Algenmassen aufhäufen. Irgendwie „algig“, war das Urteil bei drei von vier in diesem Metier beruflich gut geschulten Nasen, und „nein, überhaupt nichts Giftiges“. Es ist der Geruch der höchst natürlichen Zersetzung nassen pflanzlichen Materials an der Luft. Von ungesunden Schwefel- oder Stickstoffverbindungen, wie sie im Faulschlamm am Seegrund ohne Sauerstoff entstehen können, ist nichts zu riechen, Entwarnung in jeder Hinsicht also. Betrachtet man die Masse unter dem Mikroskop, sind Myriaden an Pollen zu erkennen, um deren Verdauung sich Pilze, Bakterien und winzige Tiere bemühen. Zum Leidwesen vieler Badender ist die Hülle der Pollen chemisch und mechanisch ausgesprochen stabil gestaltet, denn sie sollen ja windverfrachtet auch weit entfernte Kiefernblüten unbeschadet erreichen und befruchten können. Die Zersetzung der gelbgrünen Klumpen wird, bei allem Fleiß der Tiere und Mikroorganismen, vermutlich noch eine Weile dauern. Dieweil sollten wir uns Badestellen aussuchen, die (natürlich nicht im Naturschutzgebiet, wo nicht gebadet werden darf,) verschont sind; und uns darüber freuen, dass wir es hier mit einem ganz natürlichen Vorgang zu tun haben: alles im grünen Bereich.

Fotos und Text:  Brunhild Glockemann, 28. Mai 2026