Archiv der Kategorie: Artikel

Für das Abfischprojekt: Fördermittel-Wettbewerb für ein neues Vereinsboot

Wie berichtet, konnte der See-Verein Fördermittel des Havelwind e. V. einwerben, die einen erheblichen Teil der Kosten für die Abfischaktion decken werden. Um die großen Stellnetze und hoffentlich großen Fangmengen der Abfischaktion transportieren zu können, fehlt uns noch eines: ein größeres, stabiles Fischerboot. Inzwischen zeigt sich, dass die vorhandenen Eigenmittel inkl. des Zuschusses der Gemeinde Schwielowsee für dessen Anschaffung nicht reichen werden.

Bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten stießen wir auf eine Aktion, in welcher die EMB Fördermittel für Umweltprojekte von Vereinen vergibt. Die Vergabe ist als Wettbewerb gestaltet. Es entscheidet die Anzahl an Unterstützenden für jedes Projekt darüber, welche Vereine Geld erhalten. Wir haben uns beworben – nun müssen so viele Unterstützerinnen und Unterstützer wie möglich aus dem gesamten Versorgungsgebiet der EMB in Brandenburg überzeugt und aktiviert werden. Im ersten Schritt ist nicht mehr als ein Klick an der richtigen Stelle notwendig. Deshalb: Wem die Verbesserung der Artenvielfalt und des ökologischen Zustand des Caputher Sees am Herzen liegt: Gewinnt Freund, Bekannte, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen, Volleyballmannschaften, wen auch immer dafür, auf folgende Seite zu schauen und sich unter den dort vorgestellten Projekten – hoffentlich – für eine Unterstützung unserer Abfischaktion auszusprechen bzw. anzuklicken. DANKE!

https://vereinsenergie-brandenburg.de/projekte/

Der Vereinsvorstand, 2. Juni 2026

 

Frischer Havelwind für den Caputher See

Am 23. April wurde unser Fördermittelantrag an den Havelwind e. V. bewilligt. Nun können wir stabile Stellnetze und einige andere entscheidende Dinge für das Abfischprojekt finanzieren, Havelwind sei Dank! Wir hoffen sehr, dass es mit dem geplanten großen Einsatz an Netzen, Booten und helfenden Händen im kommenden Winter gelingt, einen entscheidenden Teil der viel zu vielen Silber- und Marmorkarpfen zu entnehmen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um die  gestörte Ökologie des Sees wieder ins Lot zu bringen. Was dem Verein jetzt noch fehlt, ist ein größeres, stabiles Fischerboot. Ideen hierzu sind höchst willkommen.

30. April 2026

Kiefernpollen im Caputher imSee

Alles im grünen Bereich – die Sache mit den Kiefernpollen

Kiefernpollen Südostufer Kiefernpollen Badestelle Wilhelmshöhe

Im Mai 2026 schneiten sie offensichtlich besonders reichlich auf den Caputher See herab: Kiefernpollen. Da die Evolution jeden Pollen zum Zwecke der optimalen Verbreitung mit zwei Luftsäcken ausgestattet hat, hielten und halten diese „Schwimmflügel“ sie verlässlich auf der Wasseroberfläche. Der Wind sammelte sie in einigen Buchten und Bereichen am Ufer, wo sich allmählich dicke Matten bildeten – und ein für unsere Menschennasen recht unerfreulicher Geruch. Fängt man etwas von der Masse in einem Glas und schnüffelt (bedachtsam!), so erinnert es an einen Ostseestrand, wo sich frische Algenmassen aufhäufen. Irgendwie „algig“, war das Urteil bei drei von vier in diesem Metier beruflich gut geschulten Nasen, und „nein, überhaupt nichts Giftiges“. Es ist der Geruch der höchst natürlichen Zersetzung nassen pflanzlichen Materials an der Luft. Von ungesunden Schwefel- oder Stickstoffverbindungen, wie sie im Faulschlamm am Seegrund ohne Sauerstoff entstehen können, ist nichts zu riechen, Entwarnung in jeder Hinsicht also. Betrachtet man die Masse unter dem Mikroskop, sind Myriaden an Pollen zu erkennen, um deren Verdauung sich Pilze, Bakterien und winzige Tiere bemühen. Zum Leidwesen vieler Badender ist die Hülle der Pollen chemisch und mechanisch ausgesprochen stabil gestaltet, denn sie sollen ja windverfrachtet auch weit entfernte Kiefernblüten unbeschadet erreichen und befruchten können. Die Zersetzung der gelbgrünen Klumpen wird, bei allem Fleiß der Tiere und Mikroorganismen, vermutlich noch eine Weile dauern. Dieweil sollten wir uns Badestellen aussuchen, die (natürlich nicht im Naturschutzgebiet, wo nicht gebadet werden darf,) verschont sind; und uns darüber freuen, dass wir es hier mit einem ganz natürlichen Vorgang zu tun haben: alles im grünen Bereich.

Fotos und Text:  Brunhild Glockemann, 28. Mai 2026

Warum sollte ich Mitglied im Caputher See e.V. werden?

Der Caputher See e.V. ist mehr als nur ein Verein – er steht für Engagement und den Schutz eines einzigartigen Naturraums und dessen umweltverträglicher Nutzung.

Der Verein engagiert sich aktiv für den Schutz der Flora und Fauna am und im Caputher See. Durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen Sie Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur. Der Verein ist aber auch an der nachhaltigen Nutzung des Sees interessiert und beteiligt. So ist im Norden des Sees das Baden erlaubt und die dafür eingerichteten Badestellen müssen erhalten und gepflegt werden.

Mitglieder haben die Möglichkeit, sich aktiv in die Vereinsarbeit einzubringen, Ideen zu entwickeln und Entscheidungen mitzutragen. Ihre Stimme zählt – ob bei der Planung von Veranstaltungen, Initiativen oder der Weiterentwicklung des Vereins.

Wasserflöhe statt Silberkarpfen

Artikel in der PNN vom 16.02.2016
Mehr Durchblick für den Caputher See

Wasserflöhe statt Silberkarpfen

von Henry Klix
Bald doppelte Sichttiefe für den Caputher See? Nichts scheint unmöglich, nachdem der See der Gemeinde Schwielowsee gehört. In diesem Jahr soll ein Sanierungskonzept erstellt werden.
Schwielowsee – Der Caputher See gehört endgültig der Gemeinde: Seit Dezember steht Schwielowsee als Eigentümer des Sees im Grundbuch. Für Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) ist es einer der wichtigsten Erfolge des vergangenen Jahres. Jahrelang hatte die Gemeinde darum gekämpft, Zugriff auf den vom Bund als Eigentümer vernachlässigten Waldsee zu bekommen, der sogar einmal zu kippen drohte. Dann schließlich war der Caputher See einer von 65, die das Land vom Bund übertragen bekam und einer von 17, die kostenlos an die Kommunen weitergereicht wurden. Auch die angrenzenden Wegeflächen wurden an die Gemeinde Schwielowsee übertragen, all das ist jetzt amtlich.
Für den schon vor fünf Jahren gegründeten Caputher See e.V., der sich die Verbesserung der Wasserqualität auf die Fahnen geschrieben hat, sei es der Startschuss für ein umfassendes Sanierungsprogramm, sagte Vereinschef Frank Plücken am gestrigen Montag gegenüber den PNN. Noch in diesem Jahr sei geplant, bei Fachleuten ein Sanierungskonzept in Auftrag zu geben. Wenn alle Beteiligten mitziehen und Förderquellen erschlossen werden können, könnte im kommenden Jahr mit der Seesanierung begonnen werden.
Caputher See gilt als schlechtes Beispiel
Der See ist mit Phosphat- und Stickstoffverbindungen angereichert, sie fördern das Algenwachstum. In einem Messprogramm des Landes für ein halbes Dutzend Seen im Land gelte der Caputher See als schlechtes Beispiel, so Plücken. Der alte Zufluss vom Lienewitzsee und der Abfluss zur Havel sind ausgetrocknet, das Wasser steht. Der Fischbesatz ist unausgewogen, besonders wegen der vor Jahren eingesetzten asiatischen Silberkarpfen, die den See an sich von Algen befreien sollten, stattdessen aber mit ihrem Kot düngen.
„Klar wie ein Alpensee wird der Caputher See niemals werden“, betonte Frank Plücken. Dennoch könne man einiges tun. Eine der denkbaren Sanierungsmethoden sei, unschädliche Silikatverbindungen in den See zu kippen. Sie würden die Nährstoffe ins Sediment drücken und dort binden. „Es wäre schon schön, wenn wir eine Qualität wie am Großen Lienewitzsee hinbekommen“, so Plücken gegenüber den PNN. Ein großer Erfolg wäre, wenn man es schafft, die Sichttiefe des Caputher Sees von derzeit einem halben Meter zu verdoppeln. „Das ist aber keine Sache, die in ein, zwei Jahren erledigt ist.“
Schon 250 Silberkarpfen aus dem See gefischt
Der Verein ist in den vergangenen Jahren nicht untätig geblieben, Plücken würde sich für die kleine Mannschaft angesichts der anstehenden Aufgaben Verstärkung wünschen: Die Hälfte der knapp 20 Vereinsmitglieder macht auch aktiv mit, zum Beispiel dabei, in Kooperation mit dem Fischereipächter die Zahl der Karpfen zu dezimieren. Laut Plücken sind mit Echolot und Stellnetzen in den vergangenen beiden Jahren bereits 250 der ungeliebten Karpfen aus dem See gefischt worden.
Bei einem durchschnittlichen Gewicht von knapp zehn Kilogramm seien das mehr als zwei Tonnen Fisch, eine ganze Menge Fischbouletten. „Bis zu 30 Prozent ihres Gewichtes können die Karpfen täglich fressen und in Form von Nitratverbindungen ausscheiden“, so Plücken. So seien dem See mit der Abfischung täglich bis zu 600 Kilogramm Algendünger entzogen worden, rechnet er vor. Außerdem hätten Wasserflöhe, die Algen fressen, inzwischen wieder größere Überlebenschancen.
Ob Schätzungen des Vereins zutreffen, dass sich noch weitere 500 Silberkarpfen im See befinden, soll in diesem Jahr mit einem besseren Echolot geklärt werden. Weitere Fangkampagnen sollen folgen. Plücken glaubt, dass es auch eine positive Wirkung geben wird, wenn die Gemeinde mit den Fischereipächtern nun längerfristige Verträge schließen kann. Die Binnenfischerei Potsdam hat schon Interesse an einer Bewirtschaftung angemeldet. Bei den Jahresverträgen mit dem Bund hätten sich Investitionen in die Regulierung der Fischbestände für die Pächter kaum gelohnt, so Plücken.
10 000 Euro für das Sanierungskonzept
Bürgermeisterin Hoppe signalisierte gestern, dass hinsichtlich des Pachtvertrages noch in diesem Jahr eine Beschlussvorlage in die Gemeindevertretung gehen wird. Für das Sanierungskonzept seien bereits 10 000 Euro im Haushaltsentwurf eingestellt und Hoppe hofft auf Zustimmung.
Für sie geht es nach der Übertragung des Eigentums nun darum, sich mit den Ehrenamtlichen aus dem Förderverein und den Gemeindevertretern Gedanken zu machen, wie man den Prozess der Seesanierung weiter positiv begleiten kann und welche Unterstützung von Dritten dafür zu erwarten ist. Das Sanierungskonzept sei der Anfang, alles Weitere werde sich nur Schritt für Schritt bewältigen lassen, so die Bürgermeisterin.
Allein, dass mit der Eigentumsübertragung jetzt die Möglichkeit dazu besteht, sei schon ein großer Erfolg für die Gemeinde.

Unser Caputher See

Presseartikel im Havelboten Nr.16 von 24.09.14

Am 4. September hat Herr Görke, der Finanzminister des Landes Brandenburg,in einer kurzen Zeremonie den Caputher See an die Gemeinde Schwielowsee übergeben und eine entsprechende Urkunde an die Bürgermeisterin Kerstin Hoppe überreicht. Die Tageszeitungen berichteten aus führlich darüber.

Damit können wir nun mit Fug und Recht von „unserem“ See sprechen. Die Überreichung der Urkunde schließt einen langen Weg ab, von den Plänen der BVVG zur Veräußerung vieler Seen und Waldflächen aus dem Bundesvermögen über langwierige Verhandlungen bis zum Kauf der Seen durch das Land Brandenburg. Und weiter ging es mit Diskussionen, wie das Land mit den Liegenschaften umgehen wird. Stiftungsmodelle wurden in Erwägung gezogen, Begehrlichkeiten vom Landesangelverband einerseits und Naturschutzverbänden andererseits waren im Gespräch.
Dass nun unser Konzept und unsere Forderung, die Übernahme des Caputher Sees durch die Gemeinde Realität wurde, ist der Beharrlichkeit des Caputher See e.V. und der Gemeindeverwaltung zu verdanken.

Ein See mehr für Schwielowsee

Die Gemeinde Schwielowsee hat den Caputher See bekommen. Nun soll er sauberer werden

Der Caputher See gilt als Geheimtipp. Während Touristen scharenweise an die Badestellen des Schwielowsees strömen, gehen die Einheimischen lieber in den kleinen Nachbarsee, der seit dem gestrigen Donnerstag offiziell der Gemeinde gehört.

Finanzminister Christian Görke (Linke) übergab den 54 Hektar großen See am gestrigen Donnerstag offiziell an Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Auch zehn Hektar Wald- und Wiesenfläche hat das Land der Gemeinde geschenkt. „Von den 106 Seen, die wir an Kommunen verschenkt haben, ist dies der einzige, bei dem sich ein Verein um das Gewässer kümmern will“, sagte Görke in Bezug auf den Caputher See e.V., der sich gemeinsam mit der Gemeinde für die Übertragung des Sees eingesetzt hat.

Presseartikel PNN vom 04.09.2014