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Mitgliederversammlung Caputher See e. V. am 3. Juli 2026

Es gab vieles zu besprechen bei der zweiten Mitgliederversammlung des Jahres im Forsthaus Templin. Ein wesentlicher Punkt war: Wie und auch wann geht es weiter mit der Abfischaktion? Entschieden wurde, dass zunächst bereits im Sommer eine kleinere Aktion, als Probeballon, stattfinden soll. Daran werden der zuständige Fischer Mirko Mannheim sowie mehrere Anka-Boote, bemannt mit fischerfahrenen Vereinsmitgliedern, teilnehmen. Über das genaue Wann und Wie bei der Anschaffung der neuen Netze und des großen Hälterungskäfigs, finanziert durch die Fördermittel von Havelwind e. V., wird auf Grundlage der Erfahrungen des „Versuchsballons“ anschließend entschieden. Auch die Entscheidung, ob der Verein für das weitere Vorgehen ein größeres Boot anschaffen muss, will, wird, unabhängig von den Havelwind-Fördergeldern, wurde diskutiert und vorerst vertagt. Ob Rettungswesten und Versicherung, ebenfalls aus den Fördermitteln, noch vor der Sommer-Aktion organisiert werden, muss der Vereinsvorstand noch klären. Die Mitgliederversammlung bevollmächtigte den Vorstand, die Ausgaben der zur Verfügung stehenden Fördermittel auch über die satzungsgemäße Obergrenze von 5.000,- Euro hinaus zu tätigen.

Doch der Verein hat auch ein Leben jenseits des Abfisch-Themas: Die vereinbarte Neugestaltung der Webseite ist in Arbeit. Aber keine Sorge: Als Nutzerin und Nutzer wird man in einigen Wochen automatisch und unter der bisherigen Web-Adresse auf die neue Seite gelangen. Es wäre großartig, wenn dann die Mitglieder über die Funktion „Kommentar“ Rückmeldungen, vielleicht auch eigene Fotos oder Beiträge zur Webseite einreichen würden. Wir alle sind der Verein! Auch zum Probeaufstau im Abflussgraben des Sees wurde der aktuelle Stand vorgestellt. Und schließlich wurden Ideen, Wünsche, Vorschläge für neue, weitere Themen und Aktivitäten des Vereins diskutiert: Uferschutz durch Schilfanpflanzungen etwa, verbunden mit dem Problem der Nutrias, die Schilf- und See- sowie Teichrosenbestände dezimieren; Aktionen, um die Abfall-Altlasten im Norduferwasser zu beseitigen; Ideen gegen die Ausbreitung und Vermehrung wilder Badestellen im Naturschutzgebiet, wo Baden und Liegewiesen untersagt sowie für die Natur schädlich sind; Gefahren, die von der sommerlichen Menge wild parkender Autos auf der Seestraße ausgehen und was man dagegen tun könnte. Es gibt viele Ideen und Tatkraft, die dem See zugutekommen sollten. Bleiben wir dran!

Brunhild Glockemann vom Vereinsvorstand, 6. Juli 2026

Erstes Ergebnis des Fördermittelwettbewerbs der EMB

Am 2. Juni haben wir über den Fördermittelwettbewerb der EMB berichtet, wo der Verein sich um weitere Fördermittel für das Abfischprojekt bewarb. Mehr als 1.500 Stimmen sind für unser Anliegen zusammengekommen, herzlichen Dank allen Unterstützenden! Leider haben wir es trotzdem nicht unter die ersten 25 geschafft. Aber den Versuch war es allemal wert!

Brunhild Glockemann vom Vereinsvorstand, 25. Juni 2026

Munteres Nutriatreiben am westlichen Uferweg

Seit vielen Jahren schon neigte sie sich dem See zu: eine der Eichen mit Kletterstufen und „Tarzan-Seil“ für den Sprung junger und junggebliebener Badender ins frische Nass. Künftig wird der Baum anderen Lebewesen als Ruheplatz, Jagdansitz, Unterschlupf, Futter-, vielleicht Rendevouzplatz dienen. In der geschützten kleinen Bucht, die jetzt zwischen Ufer und Wurzelscheibe liegt, können sich Pflanzen als dauerhafter Uferschutz ansiedeln, kann vielleicht der Anfang eines weiteren Schilfbereiches entstehen, Lebensort für Insekten und Vögel; sofern nicht menschliche Füße dies verhindern.

Neue Strukturen für Tiere und Pflanzen: in den See gesunkene Eiche, 15. Juni 2026; Foto: R. Neuber

Vermutlich ist auch dies ein Werk der hiesigen Nutriafamilien, denn seit Wochen schon ließ eine Senke im Weg eine lange Nutria-Röhre erahnen. Da der Weg hier breit genug ist,

Wegabschnitt mit Wurzelscheibe der umgesunkenen Eiche, 14. Juni 2026; Foto: B. Glockemann

ist die aktuelle Stolpergefahr für Spaziergänger problemlos zu beheben, wenn die fleißigen Bauhofmitarbeiter den Gang öffnen und stabil verfüllen, so wie sie es bereits an anderen Stellen erfolgreich getan haben. Schade für die Eiche und die badenden Tarzans, schön für die Natur am und im See.

27. Juni 2026, Brunhild Glockemann

 

Nutznießer des Pollenregens

Ob Kiefernpollen als Nahrungsergänzungsmittel für uns Menschen tatsächlich so großartig sind, wie manche Werbung es verspricht? Aktuell gibt es jedenfalls in Caputh Wesen, die ganz offensichtlich großen Nutzen aus dem gelben Staub ziehen: Wasserflöhe, und zwar ganz besondere. Wasserflöhe sind im Plankton des Caputher Sees eher selten, weil sie von den Silber- und Marmorkarpfen sehr erfolgreich aus dem Wasser filtriert werden. Deshalb waren wir höchst verblüfft, dass bei unserer Planktonprobennahme am 14. Juni die bei weitem häufigsten Tiere Wasserflöhe waren – und allesamt zu einer einzigen Art gehörten, der wir in Caputh bisher nie begegnet waren: dem „Kahnfahrer“ (Scapholeberis mucronata). Zwar wird er nicht mehr als 1 mm groß, aber unter dem Mikroskop macht der kleine Krebs durchaus einen starken Eindruck, vor allem seine muskulösen Antennen, mit denen schlagend die Tiere sich blitzschnell durchs Wasser bewegen.

Kahnfahrer-Wasserfloh

Scapholeberis mucronata, Blick auf die Rückenseite Foto: O. Larink, 14. Juni 2026

Hat man den Kahnfahrer, wie auf dem ersten Foto, „aufrecht“ im Bild, lassen das riesige Auge, der Panzer sowie die Stacheln und Borsten eher an gefährliche Aliens denken. In Seitenansicht jedoch wird der deutsche Name verständlich: ein bauchiges Boot. Der ganz besondere Körperbau dieser Tiere befähigt sie, sich mit einer Art Bürste, mit vielen speziellen Borsten auf ihrem Bauch, unter die Wasseroberfläche zu heften und, an dieser entlanggleitend, dort all die organischen Reste, Mikroorganismen, Algen – aber auch Kiefernpollen zu verzehren. Und dass der gelbe Regen aus den Bäumen für diese Krebschen in der Tat ungemein gesund und nahrhaft ist, zeigt sich in der explosionsartigen Vermehrung der kleinen Kahnfahrer.

Scapholeberis mucronata, von der Seite gesehen Foto: O. Larink, 14. Juni 2026

Hoffen wir, dass ihnen auch die Cyanobakterien, die „Blaualgen“, schmecken, die den See in diesem Sommer wieder ungemein trüben, kaum Licht eindringen lassen. Denn ohne Licht können unterhalb der Wasseroberfläche keine Pflanzen wachsen, ohne die wiederum viele Tierarten keine Lebensgrundlage haben. Deshalb: Futtere und vermehre dich fleißig, kleiner Kahnfahrer – und hüte Dich vor Marmor- und Silberkarpfen!

Für das Abfischprojekt: Fördermittel-Wettbewerb für ein neues Vereinsboot

Wie berichtet, konnte der See-Verein Fördermittel des Havelwind e. V. einwerben, die einen erheblichen Teil der Kosten für die Abfischaktion decken werden. Um die großen Stellnetze und hoffentlich großen Fangmengen der Abfischaktion transportieren zu können, fehlt uns noch eines: ein größeres, stabiles Fischerboot. Inzwischen zeigt sich, dass die vorhandenen Eigenmittel inkl. des Zuschusses der Gemeinde Schwielowsee für dessen Anschaffung nicht reichen werden.

Bei der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten stießen wir auf eine Aktion, in welcher die EMB Fördermittel für Umweltprojekte von Vereinen vergibt. Die Vergabe ist als Wettbewerb gestaltet. Es entscheidet die Anzahl an Unterstützenden für jedes Projekt darüber, welche Vereine Geld erhalten. Wir haben uns beworben – nun müssen so viele Unterstützerinnen und Unterstützer wie möglich aus dem gesamten Versorgungsgebiet der EMB in Brandenburg überzeugt und aktiviert werden. Im ersten Schritt ist nicht mehr als ein Klick an der richtigen Stelle notwendig. Deshalb: Wem die Verbesserung der Artenvielfalt und des ökologischen Zustand des Caputher Sees am Herzen liegt: Gewinnt Freund, Bekannte, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen, Volleyballmannschaften, wen auch immer dafür, auf folgende Seite zu schauen und sich unter den dort vorgestellten Projekten – hoffentlich – für eine Unterstützung unserer Abfischaktion auszusprechen bzw. anzuklicken. DANKE!

https://vereinsenergie-brandenburg.de/projekte/

Der Vereinsvorstand, 2. Juni 2026

 

Frischer Havelwind für den Caputher See

Am 23. April wurde unser Fördermittelantrag an den Havelwind e. V. bewilligt. Nun können wir stabile Stellnetze und einige andere entscheidende Dinge für das Abfischprojekt finanzieren, Havelwind sei Dank! Wir hoffen sehr, dass es mit dem geplanten großen Einsatz an Netzen, Booten und helfenden Händen im kommenden Winter gelingt, einen entscheidenden Teil der viel zu vielen Silber- und Marmorkarpfen zu entnehmen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um die  gestörte Ökologie des Sees wieder ins Lot zu bringen. Was dem Verein jetzt noch fehlt, ist ein größeres, stabiles Fischerboot. Ideen hierzu sind höchst willkommen.

30. April 2026

Kiefernpollen im Caputher See

Alles im grünen Bereich – die Sache mit den Kiefernpollen

Kiefernpollen Südostufer Kiefernpollen Badestelle Wilhelmshöhe

Im Mai 2026 schneiten sie offensichtlich besonders reichlich auf den Caputher See herab: Kiefernpollen. Da die Evolution jeden Pollen zum Zwecke der optimalen Verbreitung mit zwei Luftsäcken ausgestattet hat, hielten und halten diese „Schwimmflügel“ sie verlässlich auf der Wasseroberfläche. Der Wind sammelte sie in einigen Buchten und Bereichen am Ufer, wo sich allmählich dicke Matten bildeten – und ein für unsere Menschennasen recht unerfreulicher Geruch. Fängt man etwas von der Masse in einem Glas und schnüffelt (bedachtsam!), so erinnert es an einen Ostseestrand, wo sich frische Algenmassen aufhäufen. Irgendwie „algig“, war das Urteil bei drei von vier in diesem Metier beruflich gut geschulten Nasen, und „nein, überhaupt nichts Giftiges“. Es ist der Geruch der höchst natürlichen Zersetzung nassen pflanzlichen Materials an der Luft. Von ungesunden Schwefel- oder Stickstoffverbindungen, wie sie im Faulschlamm am Seegrund ohne Sauerstoff entstehen können, ist nichts zu riechen, Entwarnung in jeder Hinsicht also. Betrachtet man die Masse unter dem Mikroskop, sind Myriaden an Pollen zu erkennen, um deren Verdauung sich Pilze, Bakterien und winzige Tiere bemühen. Zum Leidwesen vieler Badender ist die Hülle der Pollen chemisch und mechanisch ausgesprochen stabil gestaltet, denn sie sollen ja windverfrachtet auch weit entfernte Kiefernblüten unbeschadet erreichen und befruchten können. Die Zersetzung der gelbgrünen Klumpen wird, bei allem Fleiß der Tiere und Mikroorganismen, vermutlich noch eine Weile dauern. Dieweil sollten wir uns Badestellen aussuchen, die (natürlich nicht im Naturschutzgebiet, wo nicht gebadet werden darf,) verschont sind; und uns darüber freuen, dass wir es hier mit einem ganz natürlichen Vorgang zu tun haben: alles im grünen Bereich.

Fotos und Text:  Brunhild Glockemann, 28. Mai 2026

Warum sollte ich Mitglied im Caputher See e.V. werden?

Der Caputher See e.V. ist mehr als nur ein Verein – er steht für Engagement und den Schutz eines einzigartigen Naturraums und dessen umweltverträglicher Nutzung.

Der Verein engagiert sich aktiv für den Schutz der Flora und Fauna am und im Caputher See. Durch Ihre Mitgliedschaft unterstützen Sie Projekte zur Erhaltung der Artenvielfalt und zur Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Natur. Der Verein ist aber auch an der nachhaltigen Nutzung des Sees interessiert und beteiligt. So ist im Norden des Sees das Baden erlaubt und die dafür eingerichteten Badestellen müssen erhalten und gepflegt werden.

Mitglieder haben die Möglichkeit, sich aktiv in die Vereinsarbeit einzubringen, Ideen zu entwickeln und Entscheidungen mitzutragen. Ihre Stimme zählt – ob bei der Planung von Veranstaltungen, Initiativen oder der Weiterentwicklung des Vereins.