Presseartikel im Havelboten am 19.03.2014

Wie geht es weiter mit dem Caputher See?
2014-03-19-havelbote Fast vier Jahre sind vergangen, dass sich derVerein Caputher See e.V.gegründet hat.
Unser Anliegen ist nach wie vor die kostenlose Übertragung des Sees an die Gemeinde Schwielowsee und Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität diese Gewässers.

Ein Jahr nach unserer Gründung haben wir uns an die Caputher und Schwielowseeer Öffentlichkeit gewandt und über unsere Absichten berichtet. Danach haben wir weiter im Stillen gearbeitet, weil es lange nicht klar war, wie das Land mit den 65 Seeen, die von der BVVG erworben wurden, umgehen wird.Mittlerweile sind wir, nachdem Unklarheiten mit Landkreis ausgeräumt wurden, ziemlich sicher, dass die kostenlose Übertragung auf die Gemeinde Schwielowsee nur noch eine Frage der Zeit ist. Das stimmt uns sehr froh. Der Caputher See e.V. hat in letzten Jahren Messungen der Seebeschaffenheit durch Kooperation mit Fachinstitutionen organisiert, u.a. mit dem Institut für Binnenfischerei, dem Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und der Universität Potsdam, Fachbereich Geoökologie. Bei den Untersuchungen hat sich gezeigt, dass sich die Gesamtsituation des Sees unverändert ungünstig darstellt. Es gibt eine Nährstoffüberfrachtung, wir stellen ganzjährig eine geringe Sichttiefe fest und registrieren zu geringe Sauerstoffwerte im Sommer.

Es müssen weitere Ursachenforschungen durchgeführt werden, Ein Schlüsselfaktor ist die einseitige Nutzung des Sees zu DDR-Zeiten als fischereiliches Intensivgewässer. In den siebziger Jahren erfolgte ein
Besatz mit mehreren tausend asiatischen Silber- und Marmorkarpfen. Angaben zufolge wurde Ende der neunziger Jahren ein beträchtlicher Teil dieser Planktonfresser abgefischt.

Allerdings dokumentieren Luftbildaufnahmen des Vereins aus dem Herbst 2013, dass noch mindestens 500, wahrscheinlich aber das anderthalb- bis zweifache dieser Anzahl dieser bis zu 1 m groß werdenden
Silberkarpfen den See bevölkern und die Nährstoffsituation negativ beeinflussen und damit die Selbstheilungskräfte des Sees blockieren. Die Exemplare dieserArten können über 50 Jahre alt werden. Insofern ist aufgrund der aktuellen Erkenntnisse die Entnahme der Silber- und Marmorkarpfen eine wahrscheinlich wichtige Maßnahme zur Seesanierung. Der Caputher See e.V. arbeitet hierzu eng mit dem Fischereibetrieb Mannheim zusammen, der das Fischereirecht am Caputher See gepachtet hat.

Der Caputher See e.V. hat aus Vereinsmitteln die Herstellung spezieller Stellnetze finanziert.Vor kurzem erfolgte durch den Fischer Herrn Mannheim und denVorsitzenden des Caputher See e.V. eine erste Probebefischung mit zwei jeweils 100 m langen Stellnetzen, in deren Ergebnis 40 Silberkarpfen und 1 Marmorkarpfen entnommen werden konnten. Weitere Befischungen werden folgen. Das Ziel ist einen möglichst hohen Anteil der verbliebenen Silberund Marmorkarpfen abzufischen. Im Weiteren soll mit dem Fischer zusammen ein Bewirtschaftungsmanagement entwickelt werden, das den gewässerökologischen und fischereilichen Belangen Rechnung trägt.

Dazu wird auch gehören, dass die am Caputher See leider immer noch häufig festzustellende Fischwilderei auf Raubfische wie Hecht und Zander zurückgedrängt wird und deren Befischung über die Vergabe von Angelkarten in nachhaltige Bahnen gelenkt wird.

Ein anderer Faktor, der nach wie vorWirkung entfalten könnte, ist die Beseitigung von häuslichen Abwässern zu DDR-Zeiten im Bereich der Michendorfer Chaussee.

Um weitere Untersuchungen zur Wassergüte durchführen zu können, bedarf es der Einwerbung von Fördermitteln, was allerdings erst bei abschließender Klärung der Eigentumsfrage möglich ist.Wir werden
weiter informieren.

Vorstand des Caputher See e.V
Frank Plücken und Jürgen Scheidereiter,
weitere Informationen: http://www.caputhersee.de/index.php